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Phytotherapie – Volksmedizin und Wissenschaft

Unter Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie versteht man die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen.
Die Pflanzenheilkunde ist die älteste Therapieform der Menschheit. Denn die gesamte Entwicklung der modernen Medizin basiert auf der Anwendung von Kräutern gegen körperliche Beschwerden von Menschen.

Es ist anzunehmen, dass die gesamte Medizin aus der Pflanzenheilkunde hervorgegangen ist. Der erste "Arzt" dürfte ein Phytotherapeut gewesen sein. Bereits der Neandertaler wusste um Heil- und Giftwirkung von Pflanzen, die er gezielt gegen bestimmte Beschwerden einsetzte.

Die gesamte Medizin, und somit auch die Phytotherapie, ist zunächst aus reiner Beobachtung und Erfahrung entstanden. Sie wurde immer weiter entwickelt, bis sie unseren heutigen Stand erreichte. Doch seit der Antike gab es immer wieder Menschen, die sich mit der reinen Erfahrung aus Beobachtung nicht zufrieden gaben. Diese Menschen fragten nach der Vorhersagbarkeit einer bestimmten Wirkung und nach dem Grund für die Wirkung. Sie nennen sich seit ca. 300 Jahren Wissenschaftler. Mit diese Menschen trennte sich der Zweig der wissenschaftlichen Medizin von der empirischen oder Volksmedizin. Seit dem ersten wissenschaftlichen Gedanken eines Menschen in Bezug auf die Wirkung der Pflanzen besteht eine Hass-Liebe zwischen diesen beiden Zweigen: Sie können nicht miteinander, sie können aber auch nicht wirklich ohne einander. Und warum auch? Jeder hat zu gegebener Zeit, gegebenem Umstand und Individualität des zu Behandelnden seine Berechtigung. Wenn wir uns mit der Phytotherapie beschäftigen, bewegen wir uns auf genau diesem Grad zwischen wissenschaftlicher Medizin und Volksmedizin.

Pflanzen werden in der Phytotherapie eingesetzt als Frischpflanzen, getrocknete Pflanzen, Drogen oder als Extrakte. Sie können auch zu Tees, Abkochungen, Auszügen, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden. Die pflanzlichen Medikamente haben ein breites, wissenschaftlich erwiesenes, geprüftes Wirkungsspektrum, das sich auf die Inhaltsstoffe der verarbeiteten Pflanzen bezieht. Bei der Auswahl der „Kräuter“ geht der Therapeut zwar auch auf die jeweiligen Inhaltsstoffe ein, wählt diese aber auch auf Grund von Gesamtwirkung, Elementen-Lehre, Signaturlehre und überliefertem Erfahrungsschatz aus.

Nebenwirkungen: In der Regel haben sie keine – oder zumindest wesentlich weniger – unerwünschte Nebenwirkungen als synthetische Medikamente. Bei der Verabreichung von Kräutern im Sinne der Volksmedizin können individuelle zum Teil sogar paradoxe Nebenwirkungen auftreten, die bei der Gabe von Medikamenten aus Pflanzen eher selten sind.

Behandelt werden können alle Erkrankungen / Beschwerden des Menschen, die nicht einer besonderen schulmedizinischen Behandlung bedürfen (wie z.B. Operationen bei Krebstumoren, chirurgische Eingriffe aller anderen Art, Dialyse, Zahnheilkunde, Kardiologie, Infektionskrankheiten usw.). Als Adjuvants (zusätzlich) jedoch können sie grundsätzlich bei allen Erkrankungen die wissenschaftliche Medizin unterstützen, indem sie ggfs. die Nebenwirkungen der Allopathica (schulmedizinisch eingesetzte chemische Medikamente) abschwächen oder Gifte ausleiten helfen. Bei chronischen Erkrankungen oder bei Erkrankungen, die von der wissenschaftlichen Medizin nicht (mehr) wirkungsvoll behandelt werden können, kann sie besonders gut eingesetzt werden.

Eine Unterart der Phytotherapie ist die Aromatherapie, die sich mit einer besonderen Gruppe von Inhaltsstoffen, den ätherischen Ölen beschäftigt. Da diese Öle selbst ein so breites Wirkspektrum haben, spaltete sich die Aromatherapie von der Pflanzenheilkunde als eigenständige Therapie ab.

Sonderformen der Phytotherapie sind die Medizin der Heiligen Hildegard von Bingen, die Kräuter der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), die Ayurvedische Medizin, die Kräuter der indianischen Schamanen usw.

Rosalie Simon

Rosalie Simon
Heilpraktikerin
Schwerpunkt: Phytotherapie, Aromatherapie, Reiki
Tel. 0172 – 2 37 99 22 email: rosalie.simon@web.de