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Der Vlierhof – Das Wohnprojekt am Niederrhein

Ausgabe 60 … gelegen zwischen Kleve und Millingen am Rande von Keeken.

Zwei große Gebäude sind von der Straße sichtbar, manchmal bunte Schilder, die auf den Verkauf von Biogemüse hindeuten und viele (meist junge Menschen), die dort ein und ausgehen. Die Umgebung wundert sich darüber, was das eigentlich für eine Gemeinschaft ist. Zeit für Aufklärung!

Es ist eine Arbeits- und Wohngemeinschaft mit den Schwerpunkten Frieden, Bewusstheit, Liebe, Kommunikation und Wachstum. Es gibt einen groben Rahmen, aber eigentlich geht es darum, das eigene Potenzial zu entdecken, der „Leader“ des eigenen Lebens zu werden und durch die Gemeinschaft einen friedlichen und liebevollen Umgang miteinander zu lernen. Es ist ein niederländischer Verein mit Mitgliedern und Freiwilligen aus der ganzen Welt.

Der Tag startet hier mit einer kleinen Meditation, danach für die Bewohner, die möchten, ein „Personal Sharing“, und um 8.45 Uhr gibt es das Arbeitsmeeting. Jobs werden verteilt: Gemüse für die Küche muss geerntet, die Berge von Unkraut (der Preis jeder Biofarm) müssen herausgerissen, Renovierungsarbeiten gemacht, Räume gestrichen, Gras geschnitten werden …

Viele Projekte und nie genug Leute die sie bewältigen können. Alles ist vielleicht ein bissel zu groß gedacht worden und nun ist gutes Management gefragt. Die Bewohner versuchen mit kreativen Ideen, das Gemüse des riesigen Gartens zu vermarkten. So wurde ein kleiner Shop eröffnet – ein alter Bauwagen angestrichen und die Überproduktion des Biogemüses zweimal in der Woche an die Nachbarschaft verkauft. Der Gedanke, stärker lokal einzukaufen und damit Transport und Verpackung zu vermeiden, spielte dabei eine große Rolle. Auch durch den Verkauf von ungespritzten Blumen wollen die Bewohner einen Beitrag für die Umwelt leisten. Hier wachsende Blumen reduzieren die Flugware aus Südamerika und die Vergiftung an Mensch und Natur dort.

Was für die Vlierhof-Bewohner ebenfalls wichtig ist, ist der Kontakt zur Nachbarschaft. Raus aus dem „Inseldasein“, mehr Kontakte, Freundschaften, Informationen und Tauschhandel mit der Bevölkerung.

So ist jeder herzlich eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der kleine Hofladen ist dienstags von 9 – 18 Uhr und samstags von 9 – 16 Uhr geöffnet und hat saisonales Gemüse und Salate, viel Kartoffeln, Kräutersträuße und -töpfe, frische und getrocknete Tees, kleine Vasen mit Blumen und noch ein paar schöne Überraschungen anzubieten. Alles natürlich BIOLOGISCH!

Ausgabe 60In 1 bis 2 Monaten sollen die Renovierungsarbeiten für das Kommunikationszentrum abgeschlossen sein. Dann werden hier Wochenendseminare stattfinden, Abend-Gruppen für die Nachbarschaft, Tanzveranstaltungen und Meditationen. Es sind wunderbare Räume in verschiedenen Größen, die auch gerne angemietet werden können.

Die Finanzierung des Hofes läuft im Moment größtenteils über die Care-Farm die hier mit 10 Personen an drei Tagen die Woche ist. Menschen, die Unterstützung brauchen, werden durch das Arbeiten im Garten und an kreativen Projekten ermutigt, wieder ihr Leben komplett in die Hand zu nehmen.

Silke Müller

Mehr Informationen über den Vlierhof können sie unter www.vlierhof.org erfahren.

Aktuell werden neue Mitglieder für die Gemeinschaft gesucht: Gärtner, Manager, Therapeuten, Trainer für das Kommunikationszentrum und Handwerker.