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Wer liebt, der leidet nicht!
Unsere Irrtümer über Beziehungen verursachen das Leiden

Von einer Partnerschaft erwarten sich viele Menschen heute alles: Liebe und Achtung, Sicherheit und emotionales Versorgtsein, Treue und Leidenschaft, Freundschaft und ekstatische Sexualität, Zärtlichkeit und spirituelles Wachstum. Ganz schön viel, was hier – meist unbewusst – verlangt wird; zuviel, wie ich meine

Wir geben der Paarbeziehung in unserer Gesellschaft eine viel zu große Bedeutung und überfrachten sie mit Erwartungen, die sie nicht erfüllen kann. Diese Überbetonung der Zweierbeziehung hat nichts Natürliches an sich und entstammt dem romantischen Beziehungsideal, das erst im 17. Jahrhundert aufkam und sich erst in den letzten zweihundert Jahren so richtig in den Köpfen der Menschen eingenistet hat, heißt, als ‚normal’ angesehen wird. Dieses Ideal besagt zusammengefasst:

Die sieben Grundirrtümer über Beziehung

  • Da draußen gibt es einen Mann oder eine Frau, also einen ganz bestimmten Menschen, der zu dir passt, den du brauchst, um glücklich zu werden. Den musst du finden.
  • Jeder Mann braucht eine Frau, jede Frau braucht einen Mann, um glücklich zu werden.
  • Dieser eine Mensch kann dir alles geben, was du zu deinem Glück brauchst. Und du kannst ihm geben, was er zu seinem Glück braucht. Das nennt man Liebe.
  • Wenn du diesen Menschen findest, kannst du nicht nur deine wirtschaftlichen Interessen und Wünsche nach Sicherheit und Wohlstand erfüllen, sondern auch deine emotionalen (nach Zuwendung, Geborgenheit, Treue, Freundschaft usw.) und deine sexuellen Bedürfnisse. Kurzum: dieser andere ist dein Traum-Partner, durch den all deine Träume wahr werden können.
  • Allein bist du nicht ganz, nicht vollständig. Erst der andere, die Frau oder der Mann, ergänzt dich und macht dich ganz. Im Grunde bist du ein halber Mensch, der seine andere Hälfte finden muss, um ganz und vollständig zu werden.
  • Wenn du den ‚Richtigen’ findest, sollte diese Beziehung ein Leben lang halten. Wenn dir das nicht gelingt, bist du gescheitert und darfst dich schämen.
  • Wenn du gegen dieses Beziehungsbild verstößt oder rebellierst, werden die Gesellschaft, der Staat und die ‚Normalen’ es dich spüren lassen.

Wer sich täuscht, muss ent-täuscht werden

Da die meisten Menschen den „Richtigen“ oder „die Richtige“ bis heute nicht gefunden haben, auch solche, die eine ‚Beziehung haben’, suchen Sie innerlich oder äußerlich weiter nach dem Einen oder der Einen – und werden immer wieder auf’s Neue enttäuscht. Ent-Täuschung muss die logische Folge sein, wenn ich mich in etwas täusche. Aber es ist nicht dein Ex-Partner, in dem wir uns täuschen, sondern in den meisten Fällen sind es unsere völlig verrückten, unrealistischen Erwartungen an den anderen und an uns selbst, mit denen wir uns selbst ständig täuschen, und die zu Frustration, Wut und Ent-Täuschung führen müssen.

Wer von seiner Beziehung bzw. seinem Partner das Glück im Leben erwartet, d.h. glaubt, dass die Partnerschaft ihn glücklich machen könne, wo er ohne Partnerschaft nicht glücklich ist, der darf sich nicht wundern, wenn es wieder mal nicht klappt.

Das, was wir in Beziehungen erfahren und mit uns selbst wie mit unseren Partnern erleben, halte ich für extrem wertvoll. Auch die schmerzhaftesten Erfahrungen und Enttäuschungen sind dazu geeignet aufzuwachen aus einem Leben voller Unbewusstheit, voller Angepasstheit, voller Unfreiheit. Im Äußeren sind heute die meisten Menschen frei. Sie können mehr oder weniger tun was sie wollen, solange sie das Strafgesetzbuch beachten. Sie können nach Australien auswandern, sie können lernen was Sie wollen, Sie können ins Kloster gehen oder mit Männern und Frauen in einer Wohngemeinschaft leben. Aber innerlich scheinen die wenigsten die Freiheit zu besitzen, genau das tun zu können, was sie glücklich macht. In unserer Welt sind wirklich glückliche Menschen jedoch rar.

Wir leiden nie am anderen, sondern immer an uns selbst

Der Gedanke: ‚Wer liebt, der leidet nicht!’? wird in vielen Widerspruch erregen. Haben wir nicht alle schon viel Leid erlitten mit der Liebe?? Die Liebe und das Lieben wird in unserem Denken so sehr mit der Vorstellung von Schmerz, Enttäuschung und Leid verknüpft, dass es kaum jemand in Frage stellt. In Zigtausenden von Hits, Songs und Schlagern wird das Leid in der Liebe, das Liebesleid, besungen und wir summen schmachtend mit bei diesen gefälligen Melodien, ohne uns die Bohne Gedanken über diesen gesungenen Schwachsinn zu machen.

Ich wünsche mir, dass wir genauer hinschauen, woher denn der Schmerz und das Leid kommt, die wir immer wieder in und nach Beziehungen empfinden. Mein Herz und mein Verstand sagen mir beide: Von der Liebe und vom Lieben kann nie Schmerz oder Leid kommen. Das ist eine Verunglimpfung der Liebe. Wo Liebe ist, da ist kein Leid. Und wo das Leid (noch) ist, da ist (noch) keine Liebe, da wird etwas noch nicht geliebt.

Allerdings ist offensichtlich: Auf der Suche nach dem Beziehungsglück, auf der Suche nach der Liebe begegnen wir häufig dem Schmerz. Wir erleben fast nirgends soviel und so tiefen Schmerz, wie in unseren Erfahrungen mit sog. Liebespartnern, ob in heterosexuellen oder homosexuellen Beziehungen. So oft, wenn wir uns einließen auf eine Beziehung, auf einen Menschen, hat es weh getan, machmal nach kurzer Zeit, manchmal erst viel später. Nicht erst dann, wenn es auseinanderging, haben wir gelitten, aber dann oft am heftigsten.

Unser Liebesglück hängt nie vom anderen ab,
sondern von unserer Art, auf ihn zu re-agieren

Wenn wir uns diese Leidensursachen genauer anschauen, werden wir immer eines erkennen. Wir leiden nie am anderen, sondern wir leiden immer an und in uns selbst. Die Ursache des Leidens liegt für unseren Verstand meist beim anderen: „Wenn er anders wäre, dann ginge es mir besser…’“ versucht er uns weis zu machen. Aber Ihr Partner, Ihre Frau, Ihr Mann oder Ihr G’spusi war nie die Ursache Ihres Leidens, das Leiden haben Sie ganz allein hinbekommen.

Die Ursache all Ihren Leidens, aller Schmerzen, die Sie jeh erlebten, liegt nirgend sonst als in Ihrem Denken über sich und den anderen und in Ihren Vorstellungen von Beziehung, Partnerschaft und Liebe. Diese Vorstellungen sind geprägt durch einen Haufen Unwahrheiten, salopp gesagt durch eine Menge Blödsinn oder Schrottgedanken. Und eng verknüpft mit diesen vielen unwahren Gedanken liegt die Ursache all unserer Schmerzen in unserer Art, auf den Partner im Alltag zu re-agieren. Unser Unglück und unser Glück im Leben liegen in unserer Re-Aktion auf das Leben, auf den anderen und auf unsere eigenen Gefühle und Gedanken.

In den meisten Beziehungen treffen zwei Hungrige aufeinander

In einer Beziehung kommen fast immer zunächst zwei Menschen zusammen, die etwas haben wollen. Zwei Hungrige treffen hier aufeinander, wie Osho es so schön formuliert hat: zwei Bedürftige, ja zwei Bettler in der Hoffnung, der andere möge sie doch bitte satt machen. Dies ist den meisten nicht bewusst. Sie sagen zum anderen: „Ich liebe dich!“aber sie meinen in Wirklichkeit: „Ich brauche dich! Ich will etwas von dir haben. Vielleicht bist du dieses Mal der Richtige, der mich satt machen kann. Und wenn du mir sagst, dass du mich liebst, dann habe ich wieder Hoffnung, diesmal wirklich satt zu werden. Bitte sage mir, dass du mich liebst. Sage es mir bitte oft, damit ich es wirklich glauben kann.“

Beziehungen sind also in fast allen Fällen zunächst einmal NOT-Gemeinschaften zweier Menschen, die es aus Sehnsucht und Hunger nach Liebe zueinander getrieben hat. Aus dieser Not-Gemeinschaft wird dann meist eine Handelsgesellschaft mit einem stillschweigenden oder in der Ehe einem schriftlichen Vertrag, der kurz gefasst lautet: „Wenn du mir versprichst, mir das zu geben, was ich brauche, verspreche ich, dir das zu geben, was du brauchst.“ D.h.: Wenn du mich liebst, dann liebe ich dich auch. Wenn du nett zu mir bist, dann will ich auch versuchen, nett zu dir zu sein. Ich nenne diese Gesellschaft gern eine GGBB, eine ‚Gesellschaft zur Gegenseitigen Befriedigung von Bedürfnissen’. In einer weniger verdächtigen Form heißt dies: Eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen.

Aus unseren vielen Beziehungserfahrungen wissen wir mittlerweile, dass die zwei hungrigen Kinder nie satt werden. Wenn sich zwei Bettler treffen und sich gegenseitig in die Tasche greifen, werden sie erstaunt feststellen, dass der andere auch nichts in der Tasche hat. Zwei Hungrige können sich gegenseitig nicht satt machen, sie haben sich nichts zu geben. Die natürliche Folge dieses Irrtums, dieser Täuschung lautet: Ent-Täuschung, Frust, Wut und meist Trennung und viele erneute Versuche der gleichen Art.

In den meisten Paarbeziehungen kommen zwei hungrige Kinder zusammen, die sich zutiefst nach Nahrung sehnen. Sie empfinden in sich eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Angenommen- und Bestätigt-Werden; nach der Botschaft: ‚Du bist in Ordnung. Du bist gut. Du bist wunderbar. Du bist liebenswert. Ich liebe dich so, wie du bist!’

Die meisten Beziehungen leiden unter der Sucht nach Liebe und Bestätigung

Diese Sehnsucht nehmen viele – wenn sie einmal bewusst in sich hineinspüren, als eine große Leere in sich wahr oder buchstäblich wie ein Loch, das gefüllt werden möchte. Dieses Loch versuchen die meisten auch in ihrem Berufsleben zu füllen, indem sie vom Chef oder der Firma Anerkennung und Bestätigung wünschen. Aber die größte Hoffnung auf das seelische Satt-Werden setzen die meisten Menschen auf den Beziehungspartner. Die ständige, fast immer unbewusste, ja chronisch gewordene Suche nach Liebe, Anerkennung und Bestätigung ist bei den meisten Menschen zur Sucht, ja zur größten Sucht geworden, unter den die Menschen des Westens leiden. In meinen Augen leben alle anderen Süchte – die nach Alkohol, nach Nikotin, nach Ablenkung durch Arbeit, Fernsehen, Video, Spiele, durch ständiges Reden oder Quasseln und Telefonieren oder auch durch den ungeheuren Lärm in den Diskotheken – von nichts anderem als von dieser allen zugrunde liegenden Sucht nach Liebe, Anerkennung und Bestätigung.

Ein weiteres Problem für das Glück in der Zweierbeziehung liegt darin, dass die Kinder, die sich hier in den Erwachsenen begegnen, nicht nur hungrig sind nach Liebe und Geborgenheit, sondern dass sie sich darüber hinaus selbst auf das Tiefste verurteilen, nieder machen und hassen. Auch wenn manch einer dies heute noch für übertrieben halten mag, eines Tages wird es jeder erkennen: Tief in uns hassen wir uns selbst. Wir liegen im Krieg mit uns selbst.

Einerseits sehnt sich das kleine Kind in jedem Erwachsenen nach wie vor unendlich danach, von jemand anderem bedingungslos geliebt zu werden, obwohl es gelernt hat, sich selbst selbst zutiefst zu hassen. Der sich selbst hassende und gleichzeitig sich nach Liebe sehnende erwachsene Mensch trifft nun auf einen Partner, dem es genauso geht. Zwei Bedürftige, zwei Bettler, aber nicht zwei Liebende. Sie sagen: Ich liebe dich! aber sie meinen „Ich brauche dich!“ Ist es da ein Wunder, dass dieses „Brauchen“ nach der Honeymoon-Phase des Verliebt-Seins so oft schon bald zum „Missbrauchen“ wird? Hierbei ist vordergründig betrachtet, der eine das Opfer, der andere der Täter. Bei näherer Betrachtung ist jedoch nicht schwer zu erkennen, dass sich hier immer beide gemeinsam missbrauchen; jede Missbrauchs-Geschichte ist immer eine gemeinsame Schöpfung, bei der Opfer und Täter in einem Boot sitzen.

Selbsterkenntnis und Selbstliebe als Grundlage für Beziehungsglück

Auf dem Hintergrund dieser negativen und destruktiven Haltung uns selbst gegenüber wird deutlich, wie wichtig das Thema der Selbstliebe für das Glück in der Partnerschaft ist. Beziehungen müssen in der Mehrzahl nach kurzer Zeit scheitern und zu Frustration und Wut führen, solange dem erwachsenen Menschen nicht bewusst ist, wie es um seine Beziehung zu sich selbst steht. Es geht also nicht nur um die Selbst-Liebe, sondern auch um Selbst-Erkenntnis. Zuerst muss ich erkennen, was eigentlich in mir mit mir los ist, was da alles in mir an Gedanken und an Emotionen ist, bevor ich lerne all dies annehmen und lieben zu lernen. Und wer nicht lernt, alles an sich selbst zu lieben und anzunehmen, der kann nicht erwarten, dass jemand anderes das kann. Nur wer lernt, sich selbst zutiefst zu vergeben, d.h. seine Selbst-Verurteilungen zurückzunehmen, der wird in der Lage sein, seinen Partner mit all seinen Schwächen und seinem inneren verletzten, wütenden und sich nach Liebe sehnenden Kind anzunehmen und sein Herz für ihn zu öffnen.

Unser bisheriges Beziehungsverständnis, noch heute gepredigt in Kirchen und vielen Beratungsstellen, rät Partnern, sich auf den anderen zu konzentrieren und sich um ihn zu kümmern. Und so kümmern sich bis heute tausende von Frauen um Männer und Kinder, weil sie es nicht anders gelernt haben, anstatt die wichtigste aller Aufgaben anzupacken: d.h. die Verantwortung für das eigene Glück in die eigenen Hände zu nehmen und zu beginnen, sich um sich selbst liebevoll zu kümmern.

Die meisten Menschen suchen einen Partner, damit sie nicht allein mit sich selbst sein müssen, d.h. um sich abzulenken von den unangenehmen Seiten des Allein-Seins. Nur wenige Menschen sind heute in der Lage, allein mit sich Zeit zu verbringen, ohne etwas zu tun, ohne sich abzulenken, z.B. einfach still da sitzen, in sich hinein horchen oder allein spazieren gehen. Auch allein in ein Restaurant zu gehen und mit sich allein genüsslich zu speisen, ist für die meisten ein Albtraum. Allein in Urlaub zu fahren und dort vor allem mit sich allein zu sein, ist für die meisten ein Unding. Allein joggen, lesen oder sonst etwas tun, o.k. – aber ohne etwas zu tun, einfach mit sich zu sein, daß ist für viele eine schlicht unerträgliche Vorstellung.

Es ist unsere eigene Aufgabe, uns glücklich zu machen

Eine glückliche Beziehung setzt Partner voraus, die mit sich allein sein können und eine bewusste, liebevolle Beziehung zu sich selbst pflegen. Dazu brauchen Sie Zeit. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, verliert sich in seiner Partnerschaft schnell selbst und bleibt unzufrieden, hungrig und frustriert zurück.

Es ist nicht die Aufgabe Ihres Partners, Sie glücklich zu machen. Das ist Ihr ganz eigener Job – es ist die wichtigste Aufgabe Ihres Lebens. Und es ist nicht Ihre Aufgabe, Ihren Partner glücklich zu machen. Das ist sein ganz eigener Job. Und für diese Aufgabe benötigen wir Zeit, viel Zeit mit uns selbst. Wer sich selbst genügen kann und für sein Glück sorgt, der ist voller Freude, voller Kraft, der läuft über von Freude und hat deshalb viel zu geben. Wer selbst voller Ängste und Selbstzweifel ist, voll minderwertiger Gedanken und verdrängter Schuld- und Schamgefühle, voller Wut und Ohnmacht, der versucht häufig, dem allem zu entkommen und nicht mit sich allein zu sein. Erst in der Stille des Alleinseins bin ich in der Lage, in mich hineinzuhorchen und wahrzunehmen, was da in mir los ist, was da rumort, was da schreit in mir. Z.B. das kleine Kind in mir, das sich bis heute nach Liebe sehnt. Dieses Allein-Sein, von dem ich spreche, bedeutet nicht, sich in seiner Einsamkeit zu Hause selbst zu quälen und es irgendwie auszuhalten. Allein-Sein bedeutet letztlich – wie Osho das immer wieder wunderbar formuliert hat – MEDITATION. Meditation meint Achtsamkeit, Bewusstheit bei dem Mit-Dir-Sein. Bewusstheit und Klarheit schon beim Aufwachen am Morgen. Wozu will ich aufstehen? Wozu will ich diesen Tag leben? Wer will ich sein in diesem Leben? Wie will ich mich selbst heute begleiten? Wie will ich den anderen begegnen?

Meditation bedeutet nach innen Gehen. Sie bedeutet Selbst-Beobachtung, Selbst-Erforschung, Selbst-Annahme, Selbst-Erkenntnis, Selbst-Wertschätzung, Selbst-Würdigung und Selbst-Liebe. Gehen Sie bitte davon aus, dass Sie keine Ahnung davon haben, wer oder was Sie sind. Was Sie glauben, über sich selbst zu wissen, das haben Sie von anderen übernommen. Das hat nichts mit dem zu tun, was Sie wirklich sind. Wer dieses bewusste, meditative Allein-Sein mit sich (noch) nicht aushalten, noch nicht leben kann, dem empfehle ich, dies zunächst in der Gemeinschaft zu üben, z.B. in einem von den vielen Seminaren, die heute angeboten werden.

Die Paarbeziehung ist letztlich dazu da, das Leben gemeinsam zu feiern. Das ist jedoch erst möglich, wenn ich in mir selbst sowie in meinem Gegenüber die Schönheit, die Liebe, das großartige, göttliche Wesen entdecke, daß wir alle sind und dieses auch in allen anderen Menschen sehen kann. Wer sich von ‚den anderen’ nach wie vor gedankllich absondert und sie von der Liebe aussperrt, der propagiert die ‚besondere Beziehung’, die von dem Grundgedanken der Trennung geprägt ist. Trennende Gedanken jedoch müssen im Außen immer wieder zu Trennungserlebnissen verbunden mit Leiden führen.

Robert Betz

Zu diesem Thema liegen von Robert Betz folgende Vorträge auf CD vor:

„Wahre Liebe lässt frei!“
„Wer liebt, der leidet nicht!“
„Warum Partner fremd gehen?“
„Sex mit Herz“
„Männer – das schwache Geschlecht?!“
„Frauen – das starke Geschlecht?!“

Informationen hierüber wie über Seminare zu diesem Thema finden Sie unter www.robert-betz.de

Robert Theodor Betz

Diplom-Psychologe, Jahrgang 1953, lebt und arbeitet heute von Oktober bis April in Deutschland und von Mitte April bis Oktober auf Lesbos / Griechenland, wo er lebensverändernde Urlaubsseminare durchführt und Seminare anderer Anbieter organisiert. Er studierte nach Industriekaufmannslehre und Abendgymnasium Psychologie und Sozialpädagogik an der Uni Hamburg. Fast 20 Jahre war er in der Wirtschaft tätig, zuletzt als europäischer Marketingleiter eines amerikanischen Industriekonzerns. Mit 42 Jahren wurde er von seiner inneren Führung auf einen neuen Weg geführt. Er entwickelte einen eigenen psychotherapeutischen Weg, den er ‚Transformations-Therapie’ nennt. Diese hat mit herkömmlicher ‚Schulpsychologie’ wenig gemein, sondern stützt sich auf grundlegende spirituelle Erkenntnisse und bringt in den meisten Fällen in kurzer Zeit wünschenswerte Veränderungen hervor in Richtung Gesundheit, Leichtigkeit, liebevoller, harmonischer Beziehungen, Lebensglück, Fülle und Erfüllung.

Im Detail:

Ich stamme aus einer katholischen Familie im Rheinland und wurde als jüngstes von fünf Kindern geboren. Von zehn bis vierzehn besuchte ich das Missionsgymnasium in Steyl/Niederlande und war zu diesem Zeitpunkt bereit, einmal Priester zu werden. Die Erfahrungen im Kloster ließen mich diesen Wunsch jedoch wieder fallen lassen. Nach frustrierenden Jahren auf dem Tagesgymnasium absolvierte ich eine Lehre als Industriekaufmann, die mir sehr viel Freude machte. Hierbei engagierte ich mich als Lehrlingssprecher und führte im Auftrag des DGB erste Seminare für Auszubildende durch. Gleichzeitig gründete ich eine ‚Arbeitsgemeinschaft Lehrlinge Troisdorf’, die sich gesellschaftlich engagierte.

Während meiner Lehrzeit bereits begann ich auf dem Abendgymnasium in Bonn, wo ich bald Schulsprecher wurde. Dies war eine wunderbare Zeit für mich, zumal mir das Lernen jetzt großen Spaß machte und sehr leicht fiel. Nach dem Abendgymnasium begann ich zunächst ein Medizin-Studium. Nach drei Monaten wusste ich aber, dass das nicht meine Sache war. Ich wollte es mit dem Menschen als geistig-psychischem Wesen zu tun haben, nicht mit dem biologischen Organismus. Also ging ich nach Hamburg, wo ich mich bis zum Vordiplom auch sehr in Sozialpädagogik engagierte. Dies waren politisch sehr engagierte Zeiten (u.a. im Fachschaftsrat), auch wenn die Hochzeit der Studentenbewegung bereits vorüber war.

Im damals noch sehr praxisorientierten Psychologie-Studiengang in Hamburg kam ich mit Gesprächstherapie, Kindertherapie und Gestalttherapie in Kontakt. Meine Diplomarbeit schrieb ich über eine Therapieprojekt mit Borderline-Patienten an der Uni-Klinik in Eppendorf.

Da ich während des Studiums immer gejobbt hatte, war ich immer in Kontakt mit Firmen. Dennoch war ich selbst erstaunt, als ich mich nach meinem Diplom 1982 entschloss, in einer PR-Agentur anzufangen, die sich u.a. mit einem Drogenpräventionsprogramm für die Stadt Hamburg beschäftigte. Meine Professorin an der Uni-Klinik in Eppendorf, bei der wir bereits Supervision in Therapie erhielten, war geradezu schockiert über meine Entscheidung, nicht klinischer Psychologe werden zu wollen. Damals hatte ich jedoch das Gefühl, zu jung für eine psychotherapeutische Tätigkeit zu sein. Heute bin ich froh, diese Entscheidung getroffen und insgesamt 20 Jahre Erfahrung in der Wirtschaft gesammelt zu haben.

Mit 33 Jahren heiratete ich zum ersten Mal (eine ehemalige Studienkommilitonin, in die ich mich schon während des Studiums verliebt hatte, es aber nicht wagte ihr zu sagen). Diese Ehe ging gehörig ‚schief’ (d.h. sie verlief so, wie es meinem damaligen Bewusstheitsgrad entsprach), weil ich mich hauptsächlich für meinen neuen Job im Management einer amerikanischen Firma engagierte und dort bis zu achtzig Stunden (!) in der Woche verbrachte und weil ich noch in einem alten Muster des ‚Frauen-retten-wollens’ gefangen war.

Ab 39 Jahren geriet ich innerlich mehr und mehr in eine Krise, die vor allem von nächtlichen Angstattacken geprägt war. Ich hatte in der Firma eine steile Karriere gemacht und jetzt hatte ich Angst, diesen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, obwohl ich im Außen sehr gute Arbeit ablieferte. Ich probierte alle möglichen Therapiearten aus, aber nichts half. Mit 42 Jahren war ich dann reif für meine größte Lebenswende bis dahin. Ich verließ meine Frau, meinen Job und den Wohnort Düsseldorf und ging Anfang ’96 nach München.

In München nahm ich ein Jahr lang an einer Therapeuten-Ausbildung in Reinkarnationstherapie teil, in der ich viel Neues lernte bzw. mich an ein Wissen erinnerte, daß in mir schlummerte. Danach besuchte ich eine Reihe von Seminaren unterschiedlicher Richtungen sowie einige Seminare bei einem ungarischen Heiler.

Ende 1997 begann ich dann meine eigene therapeutische Tätigkeit, zunächst in München, dann in Lindau am Bodensee. 1998 besuchte ich zum ersten Mal die griechische Insel Patmos, auf die ich durch eine mediale Durchsage aufmerksam geworden war. Zunächst bot ich hier Einzelklienten im Urlaub Sitzungen in Reinkarnations-Therapie an, später führte ich die ersten Gruppenseminare hier durch, die mir sofort leicht von der Hand gingen.

Seit 2001 organisiere ich meine Urlaubsseminare auf der Insel Lesbos, wo ich jedes Jahr eine steigende Zahl von Menschen begleite (zur Zeit fast 500 pro Jahr). Hier lernte ich im Mai 2002 auch meine zweite Frau kennen, von der ich mich jedoch im November 2003 wieder trennte. Es war zwar eine kurze Zeit, aber dennoch eine für mich sehr wichtige und segensreiche Erfahrung, die ich gebraucht habe. Jede Ehe oder Beziehung – auch die kürzeste – hat ihren eigenen Wert und Berechtigung.

Mir machen die verschiedenen Zweige meiner Arbeit allergrößte Freude, allen voran meine Vorträge, von denen ich im Winterhalbjahr eine große Zahl mittlerweile in ganz Deutschland halte. Sie erfreuen sich bester Aufnahme und enthalten wichtige Impulse für Veränderungen im Leben der Hörer. Nicht zuletzt profitieren sie von meinem Humor und meinem Talent, Zusammenhänge einfach und überzeugend darzustellen.

Da die Auswirkungen meiner Arbeit so wunderbar und segensreich sind, ist es mir ein großes inneres Bedürfnis, mein Wissen wie meine Fertigkeiten an alle Interessierten weiterzugeben. Die bisherigen sieben Durchgänge des siebenmonatigen Intensivtrainings bzw. der Ausbildung in Transformations-Therapie bestätigen mich hierin sehr. Die Erfahrungen und Rückmeldungen sind überzeugend.

Mein Leben wird in jedem Jahr aufregender und interessanter. Ich weiß nicht, was morgen ist und ich lasse mich vertrauensvoll führen. Ich finde es herrlich zu entdecken, was mein Herz zum Singen bringt und es begeistert mich, wenn ich sehe, wie andere Menschen anfangen, bewusst ihrem Herzen zu folgen. Ich bin Gott sehr dankbar für diesen herrlichen Lebensweg.

Mein Wunsch und Ziel ist es, vollkommen glücklich zu sein und ich weiß, dass wir dies alle sein können. Ich sehe es als meine Aufgabe an, andere Menschen zu ermutigen, anzufeuern und zu begeistern, sich selbst ein Höchstmaß an Freude und Liebe zu schenken, so dass wir davon überfließen und sie anderen weiterschenken können. Auf diese Weise entsteht Frieden.